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Die Sonnenberger Kirche St. Nicolai


Sonnenberg war früher Pfarrdorf im Banne Denstorf und bildet seit ca. 300 Jahren mit der Kirchengemeinde Timmerlah einen Pfarrverband. Die ev.-luth. „St.-Nicolai-Kirche“ Sonnenberg in Vechelde wurde im 13. oder 14. Jahrhundert erbaut. Es wird sowohl die Zeit um 1250 als auch das Jahr 1349 von den Historikern genannt. Während man über das Dorf Sonnenberg, das heute Teil der Gemeinde Vechelde ist, häufiger berichtet hat, ist man mit Mitteilungen über die Kirche immer etwas zurückhaltend gewesen. Die Kirche ist in ihren Grundzügen im Laufe ihrer Geschichte weitgehend erhalten geblieben. Das ist sicher dem Umstand zuzuschreiben, dass sich das Dorf Sonnenberg die Jahrhunderte hindurch nicht bedeutend vergrößert hat; andere Gemeinden in unserem Gebiet haben im vorigen Jahrhundert ihre intakten mittelalterlichen Kirchen abgerissen und durch neue ersetzt, um für alle Gemeindemitglieder den nötigen Platz zu schaffen. So blieben in Sonnenberg die Außenmauern weithin erhalten. Wenn Raum benötigt wurde, versuchte man, diesen durch Veränderungen im Innern der Kirche zu erhalten. So fand im Jahre 1756 ein "Ausbau" statt, um vor allem auch den "Frauensleuten" die nötigen Plätze zur Verfügung zu stellen. Man hatte bemerkt, es gingen zwar nicht viele Leute zur Kirche; das könne sich aber ändern, sobald sich die Kirche wieder in gutem Zustand befinde. Einige Veränderungen am Mauerwerk der Kirche sind im Laufe der Zeit dennoch erfolgt. So wurde vor allem das Kirchenschiff verlängert; aus diesem Grund hat man den früher im Osten vorhandenen, eingerückten Chor abgerissen. Der Eingang der Kirche wurde von der Südseite an die Westseite - also an die Turmseite - verlegt. Außerdem wurden die Fenster wesentlich vergrößert. Nicht jede Überlegung zur Veränderung der Kirche wird auch realisiert worden sein. So werden in der abgebildeten Bauzeichnung aus dem 18. Jahrhundert der Kirchengemeinde zwei Vorschläge zur Veränderung des Kirchturms gemacht. Ob jemals einer dieser Vorschläge verwirklicht wurde, ist fraglich. Die vorletzte größere Renovierung fand im Jahre 1958 statt. Bis dahin befand sich in der Kirche eine hinter dem Altar hochgelegene Kanzel, die über zwei Treppen rechts und links zu erreichen war. Nach ihrer Renovierung im Jahre 1988 vereinigt die Kirche alte und neuere Bauelemente in gelungener Harmonie, wenn auch Kompromisse nicht zu umgehen waren. Der mit dem Kirchenschiff verbundene Turm trägt ein spitzes Zeltdach. Er überragt heute wie früher die Häuser als Wahrzeichen des Dorfes und ist weithin sichtbar. Im Innern des Turmes ist durch die Entfernung von zwei älteren einengenden Lehmwänden ein großzügiger Eingangsbereich geschaffen worden, der den Blick auf einen spätromanischen Torbogen als Eingang zum Kirchenschiff freigibt. Nunmehr sind der einladend gestaltete Eingangsbereich und das Kirchenschiff nur noch durch eine Glastür voneinander getrennt. Die mittelalterlichen, aus Feldsteinen hergestellten Mauern sind von störendem alten Putz und Mauerwerk befreit und mit einer neuen dünnen Putzschicht versehen worden. Eine neue, von Ltd. Landeskirchenbaurat Renner kunstvoll entworfene und von Tischlermeister Hotopp gebaute Eichentreppe schmückt diesen Vorraum. Ein besonderes Schmuckstück ist der spätromanische Torbogen, der im Zuge der Renovierungsarbeiten in den 80er Jahren freigelegt wurde. Durch eine stufenartige Gestaltung der Orgelempore gibt er den Blick frei auf das Kircheninnere. Der Kirchenvorstand hätte die Orgelempore gern höher legen oder bogenförmig gestalten lassen, so wie es in anderen Kirchen geschehen ist. Auf diese Weise wäre der Rundbogen vom Inneren der Kirche aus voll sichtbar gewesen. Dieses Anliegen, das von vielen Gemeindemitgliedern unterstützt wurde, scheiterte am Einspruch der staatlichen und der kirchlichen Denkmalpflege. Dieser weite, offene Torbogen lädt dazu ein, die Kirche ohne Schwellenangst zu betreten und sie gestärkt wieder zu verlassen. Die alte Orgel war im Jahre 1857 von dem Orgelbaumeister Lindrum aus Goslar gebaut worden. Vermutlich war sie die erste und einzige Orgel, die jemals in dieser Kirche gestanden hat. Sie wurde 1991 unter Verwendung von Teilen der 1987 ausgebauten Orgel und unter weitgehender Berücksichtigung der Pläne des Meisters Lindrum neu wiederhergestellt. Allerdings steht sie nun nach vorn gezogen am Rande der Empore und der Organist sitzt nicht mehr davor sondern auf der nördlichen kurzen Seite. Die Kirche besitzt zwei Glocken, die wahrscheinlich Anfang der 20er Jahre in den Turm gekommen sind. Im ersten Stockwerk des Kirchturmes befindet sich eine Turmuhr des Johann Friedrich Weule aus der Turmuhrenfabrik in Bockenem im Ammergau von 1896. Sie wird immer noch betrieben und wöchentlich von Torsten Reinecke aufgezogen.


1958 Neugestaltung des Altarraumes
1984 – 1988 Renovierung des Vorraumes/Eingangsbereiches
1991 Orgelrenovierung und Aufarbeitung des Kronleuchters
2009 Einbau einer Heizung unter den Kirchbänken
2010 Aufziehen eines Schutzputzes auf die Außenhaut


... unsere Kirche St. Nicolai damals 1958...
Sonnenberg 1958

... und heute.
2010_07_19 Nicolai (6)
2010_07_19 Nicolai (6)

2006 Erntedank (6)

1981 jesus

2006-7-9 Kirche (7)

2011_02_08 Kirchuhr
              (5)

2010_07_19
              Nicolai klein (17)

2007_4 Kirche (6)